Mit teuren Tilt-Shift Objektiven lässt sich unsere Welt im Miniaturformat einfangen. Was, wenn aber gerade das nötige Kleingeld für eine Kamera inklusive Objektiv fehlt? Dann kann man zum Glück noch zum Digitalfilter greifen. In diesem Tutorial werden auf einfache Art und Weise die nötigen Schritte erklärt, um aus herkömmlichen Fotografien ein Miniaturwunderland zu erstellen.
Eine geeignete Aufnahme finden
Für den Tilt-Shift Effekt eignet sich nicht jedes Bild. Am Besten eignen sich Aufnahmen, die von einer erhöhten Position aufgenommen wurden. Dort kommt der Miniatur Effekt besonders gut zur Geltung. Ich nutze eine alte Aufnahme vom Dach der Frauenkirche aus Dresden, die ich vor einiger Zeit gemacht habe. Die Aufnahme kann hier heruntergeladen werden.
Miniaturwelten in Gimp faken – Tutorial
Das Bild zunächst mit Gimp öffnen. Dann wählen wir uns einen Bereich aus, der im Fokus liegen soll. Ich habe in diesem Bild die Brücke gewählt, vielleicht etwas zu großzügig, wie sich später herausgestellt hat. Dafür nutzt man am Besten das Werkzeug für Pfade (bei 1 klicken). Darauf sucht man sich den Bereich für den Fokus aus und umrandet diesen mit dem Pfad (bei einfachen Objekten kann dies auch mit einer einfachen Auswahl o.Ä. geschehen) (3). Aus dem fertig gezogenen Pfad wird nun eine Auswahl erstellt (bei 2 klicken).
Jetzt muss die Auswahl, die gerade erzeugt wurde, invertiert werden [Strg+i] drücken oder [Auswahl->Invertieren] wählen (1). Anschließend wird die invertierte Auswahl ausgeblendet. Das ist notwendig, damit der Übergang zwischen dem Fokus und dem Rest des Bildes weich verläuft. Dafür [Auswahl->Ausblenden] auswählen (2).
Nun öffnet sich ein neues Fenster. In diesem wird die Größe der Ausblendung bestimmt. Ich habe einfach auf gut Glück 100 Pixel eingegeben. Der Wert muss je nach Auflösung und Auswahl unterschiedlich gewählt werden.
Jetzt benötigen wir den Gaußschen Weichzeichner. Diesen öfnnet man über [Filter->Weichzeichnen->Gaußscher Weichzeichner]. Es öffnet sich wieder ein neues Fenster, dort müssen Werte für Horizontal und Vertikal eingegeben werden. Auch diese sind wieder abhängig von der Aufnahme und den eigenen Präferenzen (es sollte jedoch bei beiden der gleiche Wert eingetragen werden). Mit einem Wert von 5 für beide war ich zufrieden.

Zum Schluss müssen noch die Farben angepasst werden. Typisch sind vor allem knallige Farben, die eine hohe Sättigung voraussetzen. Dafür wählt man in Gimp [Farben->Farbton/Sättigung]. In dem sich öffnenden Fenster stellt wählt man zunächst “Alle” aus (1), dann wird der Regler für die Sättigung nach rechts geschoben (2) und mit einem Klick auf Ok (3) das Ganze bestätigt. Je nach Bild muss man diesen Schritt mehrmals machen. Ich habe hier beim ersten Mal als Wert 255 für die Sättigung gewählt und dann noch ein zweites Mal die Sättigung mit einem Wert von ungefähr 40 erhöht.
Wenn alles nach Plan verlaufen ist, sollte man nun das Gefühl haben, man schaue direkt auf eine kleine Modellwelt.
Meine Ergebnisse gibt es hier (zum Vergrößern einfach anklicken):
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Dear Bob,
vielen Dank für Deine gute Anleitung für diese schoene Moeglichkeit, Bilder einmal etwas anders bearbeitet betrachten und darstellen zu koennen.
Best regards,
Wolfgang
Hey Wolfgang,
es freut mich, dass Dir mein kleiner Workshop gefallen hat.
Viele Grüße,
Bob
Sehr schönes Tutorial, wenn man all die Schritte wiederholt und dabei den Bereich (“Auswahl aus Pfad”) nach und nach vergrößert, verstärkt sich der Effekt sogar noch. Da das Motiv zum Rand hin immer stärker verwischt/unscharf wird.
Danke für das Tutorial; “perfekt” ist es nicht (weder mein Ergebnis noch deine Anleitung, ein paar Infos zu verschiedenem (z.B.: was die Pixelzahl mit dem Verlauf zu tun hat usw) wären zur Perfektion noch nötig), aber das Ergebnis war besser als erwartet, und ich habe das Prinzip verstanden, was mir beim selbst dran Arbeiten hilft – und dazu ist ein Tutorial ja da =)
zu meinem Vorredner: Meckern und selbst nicht sagen, was denn “richtig” wäre ist alles andere als konstruktiv.
Hey, zu der Pixelanzahl bei “Auswahl ausblenden” : 100 Pixel habe ich hier genommen, d.h. die Auswahl läuft innerhalb von 100 Pixeln aus (->Breite des Unschärfeverlaufs). Je größer dein Startbild ist (mein Beispielbild hat nur 0.48 Megapixel), desto höher solltest Du diese Anzahl stellen (wenn Du z.B. eine Digicam mit 12 Megapixel besitzt, einen viel höheren Wert einstellen, damit der Verlauf überhaupt sichtbar wird)
Dies Tut. hat leider nichts mit tilt zu tun. Für dies wäre ein UnschärfeVERLAUF notwendig. Nice try.
“Für dies wäre ein UnschärfeVERLAUF notwendig”
Schon den Schritt “Auswahl ausblenden” ausprobiert?
Erzeugt einen weichen Verlauf. Nice try
Hey, keep cool – es ist für den schnellen Leser auf den ersten Blick vielleicht nicht ersichtlich